...in Wirklichkeit bedeutet das, dass wir den ländlichen Raum nicht nur zum Wirtschaft-, Arbeits- und Wohnraum, sondern auch zum Genesungsort für die Menschen unseres Landes weiterentwickeln müssen.
Liebe Freunde,
immer wieder auf´s Neue fasziniert es mich, dass unser Lebensraum und gerade der ländliche Raum nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch einen sozialen Nutzen bringt. Das erlebe ich vor allem in meiner tagtäglichen Arbeit als Energielandesrat. In diesem Themenfeld entwickeln sich ja gerade jetzt in diesen Zeiten wahnsinnig tolle Projekte, bei denen natürlich in erster Linie ein wirtschaftlicher Nutzen im Vordergrund steht. Nebenbei macht uns diese Entwicklung auch unabhängiger von globalen Playern und, was mich besonders freut, es entstehen neue soziale Strukturen. Denn in Energiegemeinschaften werden nicht nur wirtschaftliche und ökologische Themen diskutiert, sondern natürlich auch soziale. Es stimmt mich positiv, dass sich die Leute dabei auf eigene Beine stellen und dem genossenschaftlichen Gedanken wieder Aufschwung verleihen.
Nicht nur die Sonnenenergie bringt die Leute zusammen, auch der Wald erfüllt einen sozialen Nutzen. Er schützt in erster Linie die Menschen, liefert einen nachhaltigen Rohstoff aber darüber hinaus steht er den Menschen unseres Landes als Erholungsort zur Verfügung.
Oftmals unterschätzt man diese Funktion. Ich halte sie für eine der Schlüsselfunktionen, für ein gutes gesellschaftliches Miteinander und dafür, dass wir die Pandemie so gut verkraftet haben. Der Wald war für mich, und wie ich beobachten konnte auch für viele andere, ein Zufluchtsort in dieser schwierigen Zeit. Deshalb freut es mich so sehr, dass nun in Niederösterreich der erste zertifizierte Heilwald in Senftenberg entsteht. Das ist ein Symbol, für die Bedeutung und Wichtigkeit des ländlichen Raumes. Nicht nur für die Menschen am Land, sondern auch für die Menschen in der Stadt, die nichts weniger brauchen, als Heilung. Und sogar dabei, unterstützt uns der ländliche Raum. Insofern müssen wir sogar unsere eigene Werthaltung ein wenig anpassen – in Wirklichkeit bedeutet das, dass wir den ländlichen Raum nicht nur zum Wirtschaft-, Arbeits- und Wohnraum, sondern auch zum Genesungsort für die Menschen unseres Landes weiterentwickeln müssen.
Mit diesem Projekt ist der erste Schritt getan und ich lade euch alle dazu ein, diesen Weg gemeinsam mit mir weiterzugehen.
Euer,
Stephan Pernkopf