Liebe Freunde,

in der ORF Reportage „Nur weg und zurück“ wurde einerseits wieder einmal deutlich, welche Aufwertung das Landleben in den letzten Jahren durchlebt hat. Andererseits steht für mich auch eine zentrale Erkenntnis im Mittelpunkt: Das Land ist ein sich selbst regenerierendes Ökosystem.

Was sich so hochtrabend anhört meint nicht mehr, als dass der Zukunftsraum Land davon abhängt, dass junge Menschen es wieder beleben. Und damit das gelingt müssen wir unser bisheriges Denken ablegen. Wir können nicht davon ausgehen, dass alle die am Land geboren werden und aufwachsen auch immer dort bleiben. Das kann alleine schon deshalb nicht unser Ziel sein, weil wir uns als Gesellschaft die Freiheit seine Bildung und Erfahrung auf allen Orten der Welt zu sammeln, ja hart erarbeitet haben.  Aber müssen wir uns nicht schön langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass die aufs Land kommen, die von sich auch die Stadt hinter sich lassen? Und vor allem: Eigentlich ist es doch für uns auch eine Bereicherung, wenn die "Ur-Dorfkinder" nicht immer im selben Dorf bleiben. Wer sagt, dass ich als Bürger von Hinterholz 8, nicht nach Hintertupfing ziehen kann?

Das Leben am Land ist ein funktionierendes Ökosystem und dazu gehört es, dass es sich von selbst erneuert. Wenn das mit den Kindern der jeweiligen Kommune nicht möglich ist, dann soll es doch nur recht sein, wenn andere Generationen aus anderen Regionen zuziehen. Wichtig ist, dass immer eine Dynamik besteht und dem demographische Überalterung entgegen gewirkt wird.

Einen der schönsten Sätze aus der Reportage darf ich von Bernhard Holl und seiner Frau Dagmar zitieren: „Wenn man aktiv ist in Vereinen und wenn man sich mit allen Generationen und Altersgruppen von Menschen beschäftigt und mit ihnen sein Leben verbringt, ist das eine große Bereicherung für das eigene Leben.“

 

In diesem Sinne freue ich mich schon sehr darauf, auch in den nächsten Jahren viele Neuzuzügler in unseren Regionen willkommen zu heißen,

Euer Stephan Pernkopf